Löten lernen: Lötkolben, Lötzinn, Pinleisten und Lötfehler
Löten lernen Schritt für Schritt: Lötkolben-Temperatur, bleihaltiges vs. bleifreies Lötzinn, Spitze verzinnen, Pinleisten, kalte Lötstellen und Entlöten.
Die kurze Antwort auf die Frage, wie man richtig lötet, lautet: Du hältst die saubere, verzinnte Lötspitze gleichzeitig an das Kupfer-Pad der Platine und an das Bauteilbein und erwärmst die Lötstelle 1–2 Sekunden lang; dann führst du das Lötzinn nicht an den Lötkolben, sondern an die erwärmte Lötstelle. Sobald das Zinn schmilzt und über Pad und Bein fließt, ziehst du zuerst den Draht und danach den Lötkolben weg und bewegst das Bauteil nicht, bis die Lötstelle abgekühlt ist. Bei der richtigen Temperatur dauert das Ganze 3–4 Sekunden, und es entsteht eine glatte Lötstelle, die das Bein wie ein kleiner Vulkan umschließt.
Wenn du mit Arduino, ESP32 oder dem Raspberry Pi Pico arbeitest, kommst du ums Löten nicht lange herum: Die meisten Sensormodule werden mit losen Stiftleisten in einem Tütchen geliefert, der Pico und der Arduino Pro Mini kommen meist ohne Pins, und auch die Motorkabel eines Roboterautos und die Enden von LED-Streifen müssen gelötet werden. In dieser Anleitung lernst du Schritt für Schritt, wie du Lötkolben und Lötzinn auswählst, die Temperatur einstellst, die Spitze reinigst und verzinnst und Stiftleisten an Module lötest. Danach erfährst du, wie du gute und schlechte Lötstellen am Aussehen erkennst, kalte Lötstellen und Lötbrücken findest und behebst, mit Entlötpumpe und Entlötlitze entlötest, Kabel verbindest und mit Schrumpfschlauch isolierst und welche Sicherheitsregeln deine Gesundheit und deine Platine schützen.

Was ist Löten und wie funktioniert es?
Lötzinn ist eine Legierung auf Zinnbasis, deren Schmelzpunkt (etwa 180–230 °C) weit unter dem von Kupfer liegt. Berührt geschmolzenes Lot eine saubere Kupferoberfläche, benetzt es sie: Zwischen Zinn und Kupfer bildet sich eine dünne intermetallische Schicht, und die beiden Metalle verbinden sich chemisch. Lot ist also kein Kleber; es stellt zwischen Bauteilbein und dem Kupferring auf der Platine (dem Pad oder Lötauge) eine elektrische und zugleich mechanische Verbindung her. Damit diese Verbindung entsteht, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Die Oberflächen müssen über den Schmelzpunkt des Lots erhitzt werden, und die Oxidschicht darauf muss entfernt werden. Die Wärme liefert der Lötkolben, das Oxid löst das Flussmittel (Kolophonium) im Inneren des Lötdrahts. Wenn das Lot nicht hält, liegt es fast immer an einem dieser beiden Punkte: Entweder ist die Lötstelle nicht heiß genug, oder das Flussmittel ist verbrannt und die Oberfläche wieder oxidiert.
Lötkolben auswählen: Leistung, Temperaturregelung und Lötspitze
Beim Kauf eines Lötkolbens für die Elektronik ist nicht die Wattzahl das Wichtigste, sondern die Temperaturregelung. Billige ungeregelte Lötkolben heizen immer weiter, solange sie eingesteckt sind, und können im Leerlauf über 400 °C erreichen; dadurch wird die Spitze schnell schwarz, das Flussmittel verbrennt sofort und Pads lösen sich von der Platine. Ein temperaturgeregelter Lötkolben hält die Spitze auf dem eingestellten Wert. Die Wattzahl sagt nicht, wie heiß er wird, sondern wie schnell sich das Heizelement erholt: Ein geregelter 60-W-Lötkolben bringt die Temperatur nach dem Kontakt mit einer großen GND-Fläche viel schneller zurück als ein 25-W-Kolben. Für Hobbyelektronik ist eine Lötstation oder ein regelbarer Lötkolben mit 50–80 W und einem Bereich von 200–450 °C der ideale Einstieg.
| Lötkolbentyp | Typische Leistung | Temperaturregelung | Für Arduino-Projekte |
|---|---|---|---|
| Ungeregelter Stiftlötkolben | 25–40 W | Keine | Geht zur Not; die Spitze verschleißt schnell, hohes Risiko für abgelöste Pads |
| Regelbarer Stiftlötkolben | 60–80 W | Drehregler oder digital | Ein guter Einstieg |
| Lötstation | 50–90 W | Digital, mit Sensor | Die beste Wahl; Spitzen lassen sich leicht wechseln |
| Smarter Lötkolben mit USB-C | 40–90 W (je nach Netzteil) | Digital | Mobil; braucht ein starkes USB-C-PD-Netzteil |
| Lötpistole | Ab 100 W | Keine | Für dicke Kabel gedacht, nicht für Platinen |
| Heißluftstation | Je nach Heizelement | Digital | Zum Entlöten von SMD-Bauteilen und für Schrumpfschlauch |
Die Temperatur richtet sich nach dem verwendeten Lötzinn. Die Regel ist einfach: Die Spitze sollte etwa 120–150 °C über dem Schmelzpunkt des Lots liegen, denn auf dem Weg von der Spitze in die Lötstelle geht Wärme verloren, und die Lötstelle selbst muss den Schmelzpunkt deutlich überschreiten. Die folgenden Werte sind ein guter Ausgangspunkt für Stiftleisten im 2,54-mm-Raster und normale bedrahtete Bauteile:
| Lötzinn | Schmelzpunkt | Empfohlene Spitzentemperatur |
|---|---|---|
| Sn63/Pb37 (bleihaltig, eutektisch) | 183 °C | 300–330 °C |
| Sn60/Pb40 (bleihaltig) | 183–190 °C | 320–350 °C |
| SAC305 (Sn96,5/Ag3/Cu0,5, bleifrei) | 217–220 °C | 350–370 °C |
| Sn99,3/Cu0,7 (bleifrei) | 227 °C | 360–380 °C |
| Große GND-Fläche, dickes Kabel | Gleich | 20–30 °C mehr oder eine breitere Spitze |
Die Wahl der Lötspitze ist genauso wichtig wie die Temperatur. Die Wärme fließt über die Fläche, mit der die Spitze die Lötstelle berührt; eine spitze, konische Lötspitze berührt das Bein einer Stiftleiste nur an einem Punkt und überträgt die Wärme langsam. Anfänger gleichen das oft mit mehr Temperatur aus und verbrennen dabei die Platine. Für bedrahtete Bauteile (THT) und Stiftleisten ist eine Meißelspitze (Form D) mit 1,6–2,4 mm Breite oder eine schräg angeschliffene Spitze der Form C ideal. Die feine konische Spitze ist nur für sehr enge SMD-Arbeiten gedacht; für dicke Kabel und Motoranschlüsse nimmst du eine Meißelspitze ab 3 mm.
Lötzinn auswählen: bleihaltig, bleifrei und mit Flussmittelseele
Lötzinn ist ein dünner Legierungsdraht mit einer oder mehreren Flussmittelseelen im Inneren. Auf der Packung findest du eine Angabe wie Sn60/Pb40: Die Legierung besteht also zu 60 Prozent aus Zinn (Sn) und zu 40 Prozent aus Blei (Pb). Bleihaltiges Lot schmilzt bei niedrigerer Temperatur, fließt leicht und hinterlässt eine glänzende Oberfläche, deshalb verzeiht es beim Lernen die meisten Fehler. Vor allem Sn63/Pb37 ist eine eutektische Legierung: Sie erstarrt bei einer einzigen Temperatur (183 °C) auf einen Schlag; weil sie beim Abkühlen keine teigige Phase durchläuft, ist das Risiko einer kalten Lötstelle auch bei leichter Bewegung geringer. Bleifreie Lote (Zinn-Silber-Kupfer-Legierungen wie SAC305) werden in kommerzieller Elektronik wegen der RoHS-Richtlinie verwendet; sie brauchen eine höhere Temperatur, fließen etwas schwerer und sehen von Natur aus matt aus.
| Eigenschaft | Bleihaltig (Sn63/Pb37, Sn60/Pb40) | Bleifrei (SAC305) |
|---|---|---|
| Schmelzpunkt | 183–190 °C | 217–220 °C |
| Fließen und Benetzung | Sehr gut, verzeiht Fehler | Langsamer, braucht mehr Flussmittel |
| Aussehen einer guten Lötstelle | Glänzend, glatt | Matt oder seidig, leicht körnig |
| Lebensdauer der Spitze | Lang | Kürzer wegen höherer Temperatur und Zinnanteil |
| Gesundheit | Enthält Blei, Händewaschen ist Pflicht | Kein Blei, aber Flussmitteldämpfe bleiben schädlich |
| Einsatzbereich | Hobby, Reparatur, Lernen | Kommerzielle Produkte, RoHS-pflichtige Arbeiten |
Beim Durchmesser sind für bedrahtete Bauteile wie Stiftleisten im 2,54-mm-Raster, Widerstände und LEDs 0,6–0,8 mm ideal; 1 mm passt für dicke Kabel und Motoranschlüsse, während 0,3–0,5 mm bei SMD-Arbeiten verhindert, dass du zu viel Lot aufträgst. Der Flussmittelanteil im Draht liegt meist bei 1–3 Gewichtsprozent, und auf der Packung steht Rosin (Kolophonium), RMA oder No-Clean. Kolophonium ist der Klassiker; No-Clean-Flussmittel hinterlässt kaum Rückstände und kann bei den meisten Hobbyarbeiten einfach bleiben. Für Aufgaben wie Entlöten und das Entfernen von Lötbrücken lohnt sich zusätzlich ein Flussmittelstift oder ein für Elektronik gedachtes Flussmittelgel auf Kolophoniumbasis. Die klebrigen braunen Flussmittelreste am Ende entfernst du mit Isopropanol (99-prozentiges IPA) und einer alten Zahnbürste.
Was du zum Löten brauchst
- Regelbarer Lötkolben und Lötkolbenständer: Der Ständer ist Pflicht, damit der heiße Kolben nie auf dem Tisch liegt.
- Lötzinn: 0,8 mm mit Flussmittelseele; für den Einstieg Sn60/Pb40 oder Sn63/Pb37.
- Spitzenreiniger: Messingwolle (empfohlen) oder ein leicht feuchter Zelluloseschwamm.
- Flussmittelstift oder Kolophoniumgel: Für Lötbrücken, Entlöten und oxidierte Oberflächen.
- Entlötlitze und Entlötpumpe: Um eine missglückte Lötstelle rückgängig zu machen.
- Seitenschneider und Abisolierzange: Zum Kürzen der Beine und zum sauberen Abisolieren von Kabeln.
- Schrumpfschlauch: Ein kleines Set mit 2:1-Schrumpfrate in mehreren Durchmessern.
- Dritte Hand oder Platinenhalter: Zum Fixieren von Platine und Kabel; Modelle mit Lupe helfen bei feinen Arbeiten.
- Schutzbrille und Lötrauchabsaugung: Sie schützen deine Augen vor spritzendem Lot und deine Lunge vor Flussmitteldämpfen.
- Multimeter: Zum Prüfen auf Kurzschlüsse und Unterbrechungen nach dem Löten.
Lötspitze reinigen und verzinnen
Eine Lötspitze besteht aus einem Kupferkern mit einer Eisenbeschichtung außen. Solange diese Beschichtung mit Lot benetzt ist, überträgt sie die Wärme sehr gut in die Lötstelle. Mit der Zeit oxidiert die Spitze an der Luft, besonders wenn sie bei hoher Temperatur ungenutzt herumsteht; sie wird schwarz und nimmt kein Lot mehr an: Statt an der Spitze zu haften, perlt das Lot ab und fällt herunter. Man spricht dann von einer toten Lötspitze. Das Geheimnis einer langlebigen Spitze ist, sie immer mit einer dünnen Lotschicht überzogen zu halten; das nennt man Verzinnen.
- Erste Benutzung: Verzinne eine neue Spitze komplett, sobald sie beim Aufheizen etwa 200 °C erreicht, indem du Lötzinn daran hältst. So oxidiert sie nicht schon in der ersten Minute.
- Alle paar Lötstellen: Stich die Spitze in die Messingwolle oder wische sie kurz am feuchten Schwamm ab. Der Schwamm soll ausgedrückt und nur leicht feucht sein, nicht klatschnass; nimm destilliertes oder gefiltertes Wasser.
- Nach dem Abwischen sofort verzinnen: Gib etwas frisches Lot auf die saubere, glänzende Spitze. Eine saubere, aber blanke Spitze oxidiert innerhalb von Sekunden wieder.
- In Pausen: Lass einen kleinen Lottropfen auf der Spitze, bevor du den Kolben in den Ständer legst; machst du länger als ein paar Minuten Pause, senke die Temperatur auf etwa 200 °C oder schalte den Kolben aus.
- Vor dem Ausschalten: Wische die Spitze nicht ab, sondern überziehe sie mit einer dicken Lotschicht und schalte dann aus. Diese Schicht schützt die Spitze beim Abkühlen vor der Luft.
- Wenn die Spitze schwarz ist: Tauche die heiße Spitze ein paarmal in Spitzenregenerator (Tip-Tinner) und reinige sie in der Messingwolle. Schleife, feile oder kratze die Spitze niemals ab; ist die Eisenbeschichtung weg, ist die Spitze in kürzester Zeit hinüber.
Richtig löten: Schritt für Schritt
Die folgenden Schritte gelten für das Einlöten eines bedrahteten Bauteils (THT) wie eines Widerstands, einer LED oder einer Stiftleiste. Wenn du die ersten Versuche an einer alten Platine oder mit ein paar Widerständen auf einer Lochrasterplatine machst, gewöhnen sich deine Hände schnell daran.
- Vorbereitung: Stelle den Lötkolben auf die passende Temperatur für dein Lot ein, reinige und verzinne die Spitze. Sind Platine oder Bauteilbeine fettig oder oxidiert, wische sie mit Alkohol ab.
- Bauteil einsetzen: Stecke die Beine durch die Löcher und biege sie leicht nach außen, etwa 30°, damit das Bauteil beim Umdrehen der Platine nicht herausfällt.
- Erwärmen: Setze die Spitze in einem Winkel von etwa 45° so an, dass sie Bein und Kupfer-Pad gleichzeitig berührt, und halte sie 1–2 Sekunden dort.
- Lot zuführen: Halte den Lötdraht von der dem Kolben gegenüberliegenden Seite an die Stelle, an der Bein und Pad zusammentreffen. Die erwärmte Lötstelle soll den Draht schmelzen; halte den Draht nicht an die Spitze, um das Lot heruntertropfen zu lassen.
- Menge dosieren: Hör auf, wenn sich das Lot über das ganze Pad verteilt und einen kleinen Kegel um das Bein gebildet hat. Für einen Pin einer 2,54-mm-Stiftleiste reichen meist 2–4 mm Draht.
- Erst den Draht, dann den Kolben wegnehmen: Nachdem du den Draht zurückgezogen hast, halte den Kolben noch eine halbe Sekunde dran und nimm ihn dann am Bein entlang nach oben weg.
- Nicht bewegen: Das Lot erstarrt in 2–3 Sekunden; bewege Platine und Bauteil in dieser Zeit nicht, und Pusten ist auch nicht nötig.
- Bein kürzen und prüfen: Kneife das überstehende Bein mit dem Seitenschneider direkt über dem Lot ab, sodass etwa 1 mm stehen bleibt; halte das Ende mit dem Finger fest, damit es nicht wegfliegt. Zum Schluss prüfst du die Lötstelle unter gutem Licht.
Bei der richtigen Temperatur sollte der ganze Vorgang nicht länger als 3–5 Sekunden dauern. Fließt das Lot nach 5 Sekunden nicht, erhitze die Lötstelle nicht weiter; nimm den Kolben weg, lass die Stelle abkühlen, gib etwas Flussmittel dazu, reinige die Spitze und versuche es erneut. Mit einem kleinen Trick gelangt die Wärme schneller in die Lötstelle: Gib in dem Moment, in dem du den Kolben ansetzt, ein winziges bisschen Lot an die Kontaktstelle. Dieses bisschen flüssige Lot wirkt als Wärmebrücke und vergrößert die Kontaktfläche. Lot auf der Spitze zur Lötstelle zu tragen und dort zu verstreichen ist dagegen falsch: Das Flussmittel in dem Lot auf der Spitze verbrennt innerhalb von Sekunden, und an der Lötstelle kommt oxidiertes Lot an, das nicht mehr fließt.
Stiftleisten und Module löten
Die Lötarbeit, die du in Arduino-Projekten am häufigsten erledigst, ist das Anlöten einer Stiftleiste (Pinleiste mit Stiften im 2,54-mm-Raster) an einen Sensor oder ein Modul. Module wie MPU-6050, BME280 und HX711, I2C-LCD-Adapter, der Raspberry Pi Pico und der Arduino Pro Mini werden oft mit unverlöteten Pins geliefert. Die eigentliche Herausforderung ist dabei nicht das Löten selbst, sondern dass die Pins exakt gerade und rechtwinklig zur Platine stehen. Am einfachsten gelingt das, wenn du ein Breadboard als Lötlehre benutzt.

- Trenne mit Seitenschneider oder Zange so viele Pins von der Stiftleiste ab, wie du brauchst; schneide einen Pin weiter, damit der Kunststoff des letzten Pins nicht beschädigt wird.
- Stecke die langen Beine der Stiftleiste im Abstand der Pinreihen des Moduls ins Breadboard. Bei zweireihigen Platinen (Pico, Pro Mini) steckst du beide Leisten gleichzeitig.
- Setze das Modul auf die kurzen Beine, mit der Seite nach oben, auf der Chips und Bauteile sitzen.
- Löte zuerst nur einen Eckpin und prüfe von der Seite, ob das Modul plan aufliegt.
- Sitzt es schief, erwärme diesen Pin erneut und richte das Modul mit leichtem Druck eines Stifts oder einer Pinzette aus, nicht mit dem Finger.
- Wenn es gerade sitzt, lötest du den Pin in der gegenüberliegenden Ecke; jetzt ist das Modul an zwei Punkten fixiert.
- Löte die übrigen Pins nacheinander. Bleib an jedem Pin höchstens 2–3 Sekunden, damit sich der Kunststoff des Breadboards nicht erhitzt; bei vielen Pins wechselst du zwischen den beiden Seiten, damit sich die Wärme verteilt.
- Nimm das Modul danach aus dem Breadboard, betrachte alle Pins genau mit einer Lupe oder der Handykamera und prüfe, ob zwischen benachbarten Pins keine Lötbrücken entstanden sind.



Beim Raspberry Pi Pico lötest du 40 Pins in zwei Reihen zu je 20; beim ersten Mal kann das 10–15 Minuten dauern, also nimm dir Zeit. Beim Pico stehen die GP-Nummern auf der Unterseite der Platine und sind nach dem Einlöten der Stiftleisten von unten verdeckt; leg dir deshalb einen Pinout-Plan daneben. Weil die Ränder des Pico als Castellated Holes (halbe Löcher) ausgeführt sind, kannst du ihn auch ohne Stiftleisten direkt auf eine andere Platine löten. Welche Aufgabe die einzelnen Pins haben, erfährst du in Was ist der Raspberry Pi Pico?. Achte beim Anlöten eines I2C-LCD-Adapters an das Display darauf, dass die Pin-1-Markierungen übereinstimmen; Details findest du in I2C-LCD-Display verwenden. Wenn du nicht sicher bist, welcher Pin wohin gehört, öffne die Pinbelegung deines Boards im Werkzeug Pinout.
Gute und schlechte Lötstellen: Woran erkennst du sie?
Eine gute Lötstelle sieht aus wie ein kleiner Kegel oder Vulkan, der das ganze Pad bedeckt und in einer nach innen gewölbten Kurve zum Bein ansteigt. Ihre Ränder gehen in einem flachen Winkel in Pad und Bein über; das zeigt, dass das Lot beide Oberflächen benetzt hat. Mit bleihaltigem Lot ist die Oberfläche glänzend und glatt. Mit bleifreiem Lot sieht selbst eine gute Lötstelle matt oder seidig aus; achte bei bleifreiem Lot deshalb auf die Form statt auf den Glanz. Wenn das Lot bei durchkontaktierten Löchern das Loch füllt und auch auf der anderen Seite der Platine einen dünnen Ring bildet, ist die Wärme bis ganz durch das Loch gedrungen.
| Aussehen | Was es bedeutet | Lösung |
|---|---|---|
| Glatter, nach innen gewölbter Kegel; Pad ganz bedeckt | Gute Lötstelle | Nichts tun |
| Wie eine Kugel oder ein Tropfen aufgewölbt, Ränder gehen nicht ins Pad über | Zu viel Lot oder Pad nicht erwärmt, keine Benetzung | Flussmittel zugeben, neu erhitzen, Überschuss mit Litze entfernen |
| Graue, matte, raue, rissige oder runzlige Oberfläche | Kalte Lötstelle oder beim Abkühlen bewegt | Flussmittel zugeben und erhitzen, bis die Lötstelle vollständig fließt |
| Pad teilweise frei, Loch nicht gefüllt | Zu wenig Lot | Erwärmen und etwas Lot nachgeben |
| Lot mit dem Nachbarpin verbunden | Lötbrücke, Kurzschluss | Mit Flussmittel und sauberer Spitze trennen oder mit Litze entfernen |
| Dunkler Ring um das Bein, Lot haftet nicht am Bein | Bein oxidiert oder nicht erwärmt | Bein säubern, Flussmittel zugeben, Bein mit erwärmen und neu löten |
| Spitze Zacke (wie ein Eiszapfen) | Flussmittel verbraucht oder Kolben zu langsam weggezogen | Etwas Flussmittel zugeben und kurz wieder aufschmelzen |
| Braun verbranntes Flussmittel, angehobenes oder abgerissenes Pad | Zu hohe Temperatur oder zu lange erhitzt | Temperatur senken; abgerissenes Pad mit dünnem Draht zur Leiterbahn überbrücken |
Kalte Lötstellen und Lötbrücken
Eine kalte Lötstelle entsteht, wenn das Lot zwar geschmolzen ist und auf der Lötstelle sitzt, aber keine echte Verbindung mit dem Kupfer eingegangen ist. Dafür gibt es drei typische Ursachen: Die Lötstelle wurde nicht ausreichend erwärmt (meist nur das Bein oder nur das Pad), die Oberfläche war oxidiert und das Flussmittel reichte nicht, oder das Bauteil wurde bewegt, während das Lot erstarrte. Eine kalte Lötstelle ist ein heimtückischer Fehler, weil die Schaltung mal funktioniert und mal nicht. Ein Sensor, der wieder geht, wenn du auf das Modul drückst, ein I2C-Gerät, das immer wieder verschwindet, oder ein Roboter, der bei Vibrationen neu startet, deuten meist auf eine kalte Lötstelle hin. Die Lösung ist einfach: Gib etwas Flussmittel an die Lötstelle, erhitze sie mit sauberer Spitze, bis das Lot vollständig fließt und glänzt, und gib bei Bedarf ein wenig frisches Lot dazu.
Eine Lötbrücke entsteht, wenn überschüssiges Lot eine Verbindung zwischen zwei benachbarten Pins bildet. Das passiert selbst bei Stiftleisten im 2,54-mm-Raster leicht und kann zwei Signale miteinander verbinden oder, schlimmer noch, 5V mit GND. Um eine Lötbrücke zu entfernen, trägst du zuerst Flussmittel auf und ziehst dann die saubere, verzinnte Spitze von der Mitte der Brücke aus von den Pins weg; dank des Flussmittels teilt sich das Lot auf die beiden Pins auf. Ist danach noch zu viel Lot da, nimmst du es mit Entlötlitze ab. Am zuverlässigsten findest du unsichtbare Lötbrücken, indem du benachbarte Pins mit dem Durchgangsprüfer (Piepser) deines Multimeters misst; wie das geht, erklärt der Artikel Multimeter richtig benutzen.
Nach der Prüfung mit dem Multimeter kannst du das Board selbst als Testwerkzeug nutzen. Der folgende Sketch hält die Signalpins eines Arduino Uno, Nano oder Pro Mini über die internen Pull-up-Widerstände auf HIGH. Stecke das Board mit den frisch gelöteten Stiftleisten ins Breadboard, verbinde ein Jumperkabel mit einem GND-Pin und berühre mit dem freien Ende nacheinander die Pins. Im seriellen Monitor (9600 Baud) sollte bei jeder Berührung nur der Name des berührten Pins erscheinen.
1// Lehim testi: header pinlerine GND kablosuyla tek tek dokun / Solder test: touch each header pin with a GND wire
2// Önce multimetreyle 5V ile GND arasında kısa devre olmadığını ölç / First make sure 5V and GND are not shorted (multimeter)
3// 0-1 seri port, 13 dahili LED yüzünden listede yok / 0-1 (serial) and 13 (onboard LED) are left out
4const uint8_t PINS[] = {2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, A0, A1, A2, A3, A4, A5};
5const uint8_t PIN_COUNT = sizeof(PINS) / sizeof(PINS[0]);
6bool wasLow[PIN_COUNT];
7
8void printPin(uint8_t pin) {
9 if (pin >= A0) { // analog pinleri A0..A5 diye yaz / print analog pins as A0..A5
10 Serial.print('A');
11 Serial.print(pin - A0);
12 } else {
13 Serial.print('D');
14 Serial.print(pin);
15 }
16}
17
18void setup() {
19 Serial.begin(9600);
20 for (uint8_t i = 0; i < PIN_COUNT; i++) {
21 pinMode(PINS[i], INPUT_PULLUP); // boştayken HIGH okunur / reads HIGH while idle
22 }
23 delay(50);
24 Serial.println(F("Lehim testi basladi / Solder test started"));
25 for (uint8_t i = 0; i < PIN_COUNT; i++) {
26 wasLow[i] = (digitalRead(PINS[i]) == LOW);
27 if (wasLow[i]) { // dokunmadan LOW: GND'ye köprü / LOW untouched: bridged to GND
28 Serial.print(F("GND'ye kisa devre? / Short to GND? "));
29 printPin(PINS[i]);
30 Serial.println();
31 }
32 }
33}
34
35void loop() {
36 bool changed = false;
37 uint8_t lowCount = 0;
38 for (uint8_t i = 0; i < PIN_COUNT; i++) {
39 bool low = (digitalRead(PINS[i]) == LOW);
40 if (low != wasLow[i]) {
41 wasLow[i] = low;
42 changed = true;
43 }
44 if (low) lowCount++;
45 }
46 if (changed && lowCount > 0) { // yalnız değişince yaz / print only on change
47 Serial.print(F("LOW:"));
48 for (uint8_t i = 0; i < PIN_COUNT; i++) {
49 if (wasLow[i]) {
50 Serial.print(' ');
51 printPin(PINS[i]);
52 }
53 }
54 if (lowCount > 1) {
55 Serial.print(F(" <- kopru olabilir / possible bridge"));
56 }
57 Serial.println();
58 }
59 delay(20); // dokunma titreşimini süz / filter contact bounce
60}| Was du im seriellen Monitor siehst | Bedeutung |
|---|---|
| Der berührte Pin erscheint allein | Die Lötstelle ist in Ordnung |
| Du berührst einen Pin, aber es erscheint nichts | Unterbrechung oder kalte Lötstelle; der Pin hat keine Verbindung zur Platine |
| Beim Berühren eines Pins erscheinen zwei Pins | Zwischen diesen beiden Pins gibt es eine Lötbrücke |
| Beim Start eine Warnung vor Kurzschluss nach GND | Dieser Pin ist mit GND verbunden |
Die Pins 0 und 1 fehlen in der Liste, weil sie für die serielle Schnittstelle gebraucht werden, Pin 13, weil seine Onboard-LED die Pull-up-Messung stören kann. A6 und A7 am Nano und Pro Mini sind reine Analogeingänge und lassen sich nicht digital lesen; prüfe sie mit dem Multimeter. Die Pins mit dem GND-Kabel zu berühren ist ungefährlich, denn der interne Pull-up-Widerstand von 20–50 kΩ hält den Strom unter 0,25 mA. Hast du Stiftleisten an einen Raspberry Pi Pico gelötet, kannst du denselben Test in MicroPython über Thonny ausführen:
1from machine import Pin
2import time
3
4# Pico kenar pinleri: GP0-GP22 ve GP26-GP28 / Pico header GPIOs: GP0-GP22 and GP26-GP28
5numbers = list(range(23)) + [26, 27, 28]
6pins = [Pin(n, Pin.IN, Pin.PULL_UP) for n in numbers] # boşta 1 okunur / reads 1 while idle
7time.sleep_ms(50)
8
9was_low = [p.value() == 0 for p in pins]
10for n, low in zip(numbers, was_low):
11 if low: # dokunmadan 0: GND'ye köprü / 0 untouched: bridged to GND
12 print("GND'ye kisa devre? / Short to GND? GP%d" % n)
13print("GND kablosunu pinlere tek tek degdir / Touch each pin with the GND wire")
14
15while True:
16 low_now = [p.value() == 0 for p in pins]
17 if low_now != was_low: # yalnız değişince yaz / print only on change
18 was_low = low_now
19 touched = ["GP%d" % n for n, low in zip(numbers, low_now) if low]
20 if touched:
21 note = " <- kopru olabilir / possible bridge" if len(touched) > 1 else ""
22 print("LOW: " + " ".join(touched) + note)
23 time.sleep_ms(20) # dokunma titreşimini süz / filter contact bounceDieser Code prüft alle 26 GPIO-Pins am Rand des Pico (GP0–GP22 und GP26–GP28); GND, 3V3, VSYS, VBUS, 3V3_EN, ADC_VREF und RUN sind nicht in der Liste, diese misst du mit dem Multimeter. Der Code läuft auch auf dem Pico W unverändert. Wenn du das GND-Kabel mit einem beliebigen GND-Pin des Pico verbindest und nacheinander jeden GP-Pin berührst, sollte im Shell-Fenster von Thonny nur der Name dieses Pins erscheinen.
Entlöten mit Entlötpumpe und Entlötlitze
Entlöten musst du, wenn eine Stiftleiste auf der falschen Seite sitzt, eine LED verkehrt herum eingelötet ist oder du ein Bauteil aus einer alten Platine retten willst. Dafür gibt es zwei Grundwerkzeuge: die Entlötpumpe (Vakuum-Entlötpumpe), die ein Loch auf einen Schlag freisaugt, und die Entlötlitze (ein feines, mit Flussmittel getränktes Kupfergeflecht), die geschmolzenes Lot durch Kapillarwirkung aufsaugt. Die Pumpe eignet sich besser, um die Löcher bedrahteter Bauteile freizumachen, die Litze besser, um überschüssiges Lot von Oberflächen, Lötbrücken und SMD-Pads zu entfernen. Bei beiden Methoden hilft es, zuerst etwas frisches Lot auf das alte zu geben: Das frische Flussmittel löst das Oxid, und mit mehr flüssigem Lot wird die Wärme besser übertragen. Bei Fabrikplatinen mit bleifreiem Lot senkt ein wenig bleihaltiges Lot außerdem den Schmelzpunkt der Mischung.
Entlöten mit der Entlötpumpe:
- Drücke den Kolben der Pumpe nach unten, bis er einrastet.
- Erhitze die Lötstelle mit dem Lötkolben und vergewissere dich, dass das Lot vollständig geschmolzen ist.
- Setze die Teflonspitze der Pumpe direkt neben dem Lötkolben senkrecht auf das flüssige Lot.
- Nimm den Lötkolben weg und drücke sofort den Auslöser der Pumpe; der Kolben schnellt zurück und saugt das Lot ab.
- Ist das Loch nicht ganz frei, gib etwas frisches Lot dazu und wiederhole den Vorgang. Öffne die Pumpe zwischendurch und leere die darin gesammelten Lotreste.
Entlöten mit Entlötlitze:
- Gib etwas Flussmittel auf das Ende der Litze; schneide bereits benutzte, mit Lot vollgesogene Stücke vorher ab.
- Lege die Litze auf das Lot, das du entfernen willst.
- Drücke die Lötspitze auf die Litze; wenn das Lot schmilzt, saugt die Litze es auf und färbt sich silbern.
- Hebe Litze und Lötkolben zusammen ab. Ziehst du die Litze erst ab, wenn das Lot erstarrt ist, kannst du das Pad mit abreißen.
- Schneide das vollgesogene Stück ab und wiederhole den Vorgang bei Bedarf mit einem sauberen Abschnitt. Entferne zum Schluss die Flussmittelreste mit Alkohol.
Kabel verbinden und Schrumpfschlauch verwenden
Wenn du Kabel an Motoren, Batteriehalter, LED-Streifen oder Lademodule anschließt, ist Löten viel zuverlässiger als Jumperkabel: Die Verbindung löst sich bei Vibrationen nicht und hat einen geringen Übergangswiderstand. Isoliere die Kabel zuerst 5–7 mm ab und verdrille die Adern einer Litze mit den Fingern. Dann verzinnst du beide Enden einzeln vor: Gibst du Lot auf das erwärmte Kabel, zieht es zwischen die Adern, und das Kabelende wird steif. Legst du zwei vorverzinnte Enden aneinander, genügt kurzes Erwärmen, um sie zu verbinden.

- Schrumpfschlauch zuerst aufschieben: Schiebe vor dem Verbinden ein Stück Schrumpfschlauch mit passendem Durchmesser auf eines der Kabel und halte es 3–4 cm von der Lötstelle entfernt, damit die Hitze ihn nicht erreicht.
- Abisolieren und verzinnen: Isoliere beide Kabelenden 5–7 mm ab, verdrille die Adern und verzinne sie vor.
- Zusammenlegen: Lege die Enden nebeneinander oder überlappend aneinander; für eine festere Verbindung kannst du die Adern umeinander wickeln.
- Löten: Setze den Lötkolben an die Verbindung, lass das Lot zwischen die Adern fließen und gib bei Bedarf ein wenig Lot nach. Zieht das Lot bis unter die Isolierung, wird das Kabel an dieser Stelle steif und bricht dort; erhitze es also nicht zu lange.
- Abkühlen lassen und prüfen: Zieh leicht an der Verbindung, um ihre Festigkeit zu testen, und achte darauf, dass keine spitzen Adern abstehen.
- Schrumpfschlauch schrumpfen: Schiebe den Schlauch über die Verbindung, sodass er auf beiden Seiten mindestens 5 mm übersteht, und erwärme ihn gleichmäßig mit einer Heißluftpistole. Feuerzeug oder Lötkolben schrumpfen ihn ungleichmäßig und können ihn verbrennen.
Normaler Schrumpfschlauch schrumpft im Verhältnis 2:1, sein Durchmesser halbiert sich also beim Erwärmen. Der ungeschrumpfte Innendurchmesser sollte daher etwas größer sein als die dickste Stelle der Verbindung und der geschrumpfte Durchmesser kleiner als das Kabel selbst. Für Verbindungen, die im Freien liegen oder nass werden können, nimmst du 3:1-Schrumpfschlauch mit Innenkleber; beim Erwärmen schmilzt der Kleber und dichtet die Verbindung ab. Wenn du Kabel an die Anschlüsse eines DC-Motors lötest, verringert ein 100-nF-Keramikkondensator zwischen den beiden Motoranschlüssen elektrische Störungen; Details findest du in DC-Motor mit dem L298N steuern. Kabelenden für Schraubklemmen solltest du dagegen nicht verzinnen: Das Lot gibt unter dem Druck der Schraube mit der Zeit nach, die Verbindung lockert sich und die Kontaktstelle wird warm. Für solche Verbindungen verwendet man Aderendhülsen.
Sicherheit und Belüftung
- Atme den Rauch nicht ein: Der weiße Rauch beim Löten ist kein Blei, sondern verbrennendes Flussmittel. Kolophoniumdämpfe reizen die Atemwege und können bei langer Belastung Berufsasthma auslösen. Öffne ein Fenster und benutze einen Ventilator, der den Rauch von deinem Gesicht wegbläst, oder eine Lötrauchabsaugung mit Aktivkohlefilter.
- Vorsicht mit Blei: Bei Löttemperatur verdampft Blei nicht; das eigentliche Risiko ist, dass es über die Hände in den Mund gelangt. Iss beim Löten nicht, stell keine Getränke auf den Tisch, wasch dir danach die Hände mit Seife und lass keine Lotreste auf dem Tisch liegen.
- Trag eine Schutzbrille: Abgeknipste Beine können wegfliegen, und wenn das Flussmittel heiß wird, können kleine Lottropfen spritzen.
- Benutze einen Lötkolbenständer: Leg den Kolben nie auf den Tisch oder auf Kabel; halte auch das eigene Kabel des Lötkolbens von der heißen Spitze fern.
- Arbeite stromlos: Zieh das USB-Kabel ab und entferne die Batterie der Platine, an der du lötest; bei Schaltungen mit großen Kondensatoren vergewissere dich zuerst, dass diese entladen sind.
- Kühles Wasser bei Verbrennungen: Halte die verbrannte Stelle sofort 20 Minuten lang unter kühles fließendes Wasser; kein Eis und keine Zahnpasta.
- Kinder nur unter Aufsicht: Kinder, die löten lernen, sollten neben einem Erwachsenen arbeiten; die Spitze hat etwa 350 °C und bleibt nach dem Ausschalten noch minutenlang heiß.
- Am Ende ausschalten: Zieh den Stecker, lass den Lötkolben im Ständer abkühlen und lüfte den Arbeitsplatz.
Projektideen zum Löten üben
- Stiftleisten an Sensormodule: 6- bis 8-polige Module wie BME280 und BMP280 oder der MPU6050 eignen sich ideal für deine erste Stiftleiste.
- Verkabelung eines Roboterautos: Wenn du ein Arduino-Roboterauto baust, löte Kabel an die Motoranschlüsse und isoliere die Verbindungen mit Schrumpfschlauch.
- LED-Streifen anschließen: Löte die Kabel für 5V, GND und Daten an die Pads eines WS2812B-NeoPixel-Streifens.
- Dauerhafte Schaltung: Übertrage eine Schaltung, die auf dem Breadboard funktioniert, auf eine Lochrasterplatine und mach sie dauerhaft.
- Kleines Board: Löte Stiftleisten an einen Arduino Pro Mini und prüfe alle Pins mit dem Test-Sketch oben.
- Mobile Stromversorgung: Baue mit einem TP4056-Lademodul und einem Batteriehalter dein eigenes Akkupack.
- Deine eigene Platine: Wenn du sicher lötest, kannst du mit EasyEDA eine Platine entwerfen und deine Schaltung in ein professionelles Board verwandeln.
Häufige Lötfehler und ihre Lösung
| Problem | Mögliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Lot bildet Kugeln auf der Spitze und haftet nicht | Spitze oxidiert (tote Spitze) | In Messingwolle reinigen und mit Spitzenregenerator verzinnen |
| Lot haftet nicht am Pad und rollt um das Bein | Pad nicht erwärmt oder oxidiert | Spitze auch ans Pad halten, Flussmittel zugeben, breitere Spitze verwenden |
| Lot schmilzt, erstarrt aber sofort an der Lötstelle | Temperatur zu niedrig oder Spitze zu klein; GND-Fläche zieht die Wärme ab | Temperatur um 20–30 °C erhöhen oder auf Meißelspitze wechseln |
| Flussmittel wird sofort schwarz, sehr viel Rauch | Temperatur zu hoch | Temperatur passend zur Lotart senken |
| Modul funktioniert nur, wenn man draufdrückt | Kalte Lötstelle | Verdächtige Pins mit Flussmittel neu aufschmelzen |
| USB trennt sich oder die Platine wird beim Einstecken warm | 5V-GND-Kurzschluss durch eine Lötbrücke | Mit dem Multimeter finden und mit Flussmittel und Litze entfernen |
| Stiftleiste sitzt schief | Alle Pins gelötet, ohne die Leiste vorher zu fixieren | Einen Pin erwärmen und ausrichten; nächstes Mal die Breadboard-Methode nutzen |
| Schrumpfschlauch passt nicht über die Verbindung | Vor dem Löten nicht aufgeschoben | Verbindung lösen, Schlauch aufschieben und neu löten |
Löten ist der Schlüssel, um Testschaltungen vom Breadboard in dauerhafte, robuste Projekte zu verwandeln; nach ein paar Versuchen wird sich das Anlöten einer Stiftleiste wie eine Routinearbeit von wenigen Minuten anfühlen. Wenn deine gelöteten Module bereit sind, findest du in der BlueGrays-App Schaltpläne und Code Schritt für Schritt für Projekte wie ein I2C-LCD-Display, ein Roboterauto, WS2812B-LEDs und LED-Projekte mit dem Raspberry Pi Pico.
Häufige Fragen
Wie heiß muss ein Lötkolben sein?
Für bleihaltiges Lot (Sn63/Pb37 oder Sn60/Pb40) sind 300–350 °C ein guter Startwert, für bleifreies Lot (SAC305) 350–380 °C. Bei großen GND-Flächen und dicken Kabeln probierst du besser zuerst eine breitere Spitze, bevor du die Temperatur um 20–30 °C erhöhst. Temperaturen über 400 °C verschleißen die Spitze schnell, verbrennen das Flussmittel und können Pads von der Platine lösen.
Woran erkennt man eine kalte Lötstelle?
Eine kalte Lötstelle sieht grau, matt, rau oder rissig aus und sitzt wie eine Kugel auf dem Pad, statt mit einer sanften Kurve ins Pad überzugehen. In der Schaltung zeigt sie sich als Verbindung, die beim Draufdrücken funktioniert, bei Vibrationen aussetzt oder ab und zu ausfällt. Meist hilft es, etwas Flussmittel zuzugeben und die Stelle neu zu erhitzen, bis das Lot vollständig fließt.
Soll ich bleihaltiges oder bleifreies Lötzinn verwenden?
Zum Lernen schmilzt bleihaltiges Lot (Sn63/Pb37 oder Sn60/Pb40) bei niedrigerer Temperatur, fließt leichter und verzeiht Fehler. Bleifreies Lot ist in kommerziellen Produkten Pflicht und gesundheitlich unbedenklicher, braucht aber eine höhere Temperatur und mehr Flussmittel. Egal, wofür du dich entscheidest: Wasch dir nach dem Löten die Hände und atme den Rauch nicht ein.
Warum hält das Lötzinn nicht?
Der häufigste Grund ist, dass die Lötstelle nicht heiß genug wird: Der Lötkolben berührt nur das Bein oder nur das Pad, oder die Spitze ist zu klein. Der zweite Grund ist Oxidation; ist die Spitze schwarz oder sind Pad und Bein oxidiert, kann das Lot die Oberfläche nicht benetzen. Reinige und verzinne die Spitze, gib Flussmittel dazu und halte den Kolben gleichzeitig an Pad und Bein.
Wofür braucht man Flussmittel beim Löten?
Flussmittel löst die Oxidschicht auf den Oberflächen und hilft dem flüssigen Lot, sich auf dem Kupfer zu verteilen. Im Lötdraht ist zwar schon Flussmittel enthalten, doch zusätzliches Flussmittel erleichtert das Entfernen von Lötbrücken, das Entlöten und das Löten oxidierter Teile enorm. Säurehaltiges Lötwasser und Lötpasten aus der Sanitärtechnik gehören nicht an Elektronik, weil sie die Platine mit der Zeit angreifen.
Ist Lötrauch schädlich?
Ja, der Rauch beim Löten besteht größtenteils aus verbrennendem Flussmittel, und Kolophoniumdämpfe können bei langer Einwirkung Atemwegsprobleme wie Asthma verursachen. Blei verdampft bei Löttemperatur nicht, kann aber über die Hände in den Mund gelangen. Arbeite bei offenem Fenster oder mit einer Lötrauchabsaugung und wasch dir danach die Hände.
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